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So einfach ist es über den Glauben zu reden

Andreas Boppart | 27. Mai 2012 | 2012 | Schlagworte: Glaube , Christsein , Evangelisation , Seminar , Leidenschaft

Boppi stellt zu Beginn seines Seminars die These auf, dass wir Christen es verlernt hätten, Menschen zu Jesus zu führen. Das Problem liegt in unserer postmodernen Generation. Die Generationen vor uns hielten sich stark an die ihnen vorgegebenen Regeln zum christlichen Zusammenleben.

Der Fluch unserer Generation ist unsere Freiheit. Wir wissen, dass Gott uns liebt, auch wenn wir nicht von ihm erzählen. Und genau das ist der Knackpunkt des Ganzen: Auf der Gewissheit, dass Gott uns liebt, ruhen wir uns aus und erzählen nicht mehr von seiner großen Liebe.

Gott jedoch hat Glauben so eingerichtet, dass er weitererzählt wird: Am Anfang waren es 12 Jünger, die von Jesus erzählten. Mit der Zeit nahm die Menge der Menschen, die von ihrem Glauben weitererzählten, immer mehr zu.

Gott liebt uns, auch wenn wir nicht von ihm erzählen, aber er sehnt sich so sehr nach Menschen, die mit ihm um all die Menschen weinen, die nicht bei Gott sind. Das Problem ist, dass uns die Leidenschaft fehlt. Wenn unsere Freunde unsere Leidenschaft nicht bemerken, dann ist es keine echte Leidenschaft.

Aber genau diese Leidenschaft brauchen wir, um von Gott zu erzählen. Alle Welt soll wissen, dass ER das Licht der WELT ist. Nicht nur das Licht von einigen wenigen Menschen, nein, der ganzen Welt! Aber diese Leidenschaft fehlt uns meistens, weil wir gar nicht mehr glauben, dass Jesus auch für unsere ungläubigen Freunde gestorben ist und dass sie ihn brauchen. Wenn wir uns das eingestehen, kommt auch die Leidenschaft für Gott wieder.

Ohne Leidenschaft glaubt uns keiner, dass wir es ernst meinen, wenn wir von Gott erzählen.

Wenn wir diese Leidenschaft haben, sollten wir nicht versuchen durch Argumente zu überzeugen. Es ist sehr selten - so Bobbi -, dass jemand nach einer ewigen Diskussion sagt: "Okay, wir haben jetzt fünf Stunden diskutiert und ich sehe ein, dass du die besseren Argumente hast." Man muss mit seiner Normalität überzeugen, nicht mit Argumenten. Wenn man davon ausgeht, dass es Gott gibt, dann ist nichts "normaler", als an Gott zu glauben. Erzählen wir also als "Normalos" von Gott und nicht unnötig verkrampft.

Jeder, der von Jesus erzählt bekommt, muss die Leidenschaft dieses normalen Menschen spüren. DAS ist es, was zählt! Wenn wir mit unserem Herzen nah bei Gott sind, kommt auch Leidenschaft auf.

Wir alle sind geschaffen, um geliebt zu werden, und genau das muss beim Gesprächspartner ankommen: Dass auch er geliebt ist. Geliebt von Gott.

Boppi sagt, es gibt genau zwei Geschichten, die man wissen muss, um erfolgreich mit Menschen über den Glauben zu reden:

1. Deine Geschichte

Deine Geschichte mit Gott. Mach dir klar, was vor deiner Begegnung mit Gott war und was danach. Sprich, wie sich dein Leben verändert hat. Du musst deinem Gegenüber deine Begegnung mit Gott innerhalb von ca. zwei Minuten erzählen können, damit er sich noch dafür interessiert. Wenn dich jemand fragt: "Warum glaubst du an Gott?", dann begegne ihm nicht mit frommen Sätzen wie: "Weil Gott der König ist." Begegne ihm mit deiner persönlichen Begegnung mit Gott. So wie Boppi:

Als er als Jugendlicher bei einem Camp war, war er - trotz "frommer" Erziehung - nicht auf einem Hochpunkt des Glaubens. Er hörte den Satz: "Gott sorgt für dich." Da dachte er: "Gut, dann will ich das mal ausprobieren!" Und er betete: "Gott, schenk mir doch bitte heute ein Eis." Boppi wusste, dass das unmöglich war, denn während der laufenden Veranstaltungen gab es sicher kein Eis. Weil er Abends noch weg war und die Jugendherberge früh schloss, ließ er das Fenster offen. Und als seine Freunde und er Abends durch das Fenster eingestiegen waren, ging plötzlich das Licht an und die Leiterin der Jugendherberge stand da. Alle wussten, dass es Ärger geben musste, aber die Leiterin sagte: "Will noch jemand ein Eis?" Boppi war erstaunt.

Solche Begegnungen mit Gott müssen erzählt werden, nicht irgendwelche frommen Standard-Sätze!

2. Seine Geschichte

Seine Geschichte, das sind die 4 Punkte. Jene 4 Punkte, die man während des PJTs auf Armbändern gedruckt erwerben kann.

♥ 1. Gott liebt mich, weil er mich einzigartig geschaffen hat.

X 2. Ich habe gesündigt. Und dazu zählen auch all die kleinen Sünden.

† 3. Jesus starb für mich und deshalb sind mir meine Sünden vergeben.

? 4. Ich muss mich entscheiden, für Gott zu leben. Nicht mit ihm, sondern für ihn. Denn für ihn zu leben heißt, Leidenschaft zu haben.

Wenn wir das alles beherzigen, steht einem guten Gespräch über den Glauben nichts mehr im Wege.


Andreas Boppart

Boppi – wie ihn alle nennen- heißt mit vollem Namen Andreas Boppart und ist Leiter von Campus für Christus Schweiz. Er ist eigentlich ein richtiger Bünzli-Schweizer, tiefgründig, sympathisch, leicht verrückt und doch total normal, mit beiden Füßen am Boden und dem Kopf im Himmel – ein frecher Träumer, dem Gott noch ‘ne ordentliche Portion Humor um die Ohren geklatscht hat. Boppi setzt sich leidenschaftlich dafür ein, dass Menschen Gott begegnen und Christen ihr Christsein authentisch leben. Sein