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Wer sagt mir, was ich wollen soll?

Dr. Hanniel Strebel | 15. Mai 2016 | 2016 | Schlagworte: Entscheidung , Wille , Wünsche

Wir wachsen in einer Welt der Unterhaltung auf. Jeder kann für sich bestimmen: Das gefällt mir oder das gefällt mir nicht.

Diese Erwartungshaltung übertragen wir auf unser Leben mit Gott:
Gott – ein mächtiger Player auf meiner Privatbühne

Warum wir nicht wollen: Zwei Hinternisse

Hindernis #1: Das Zepter trägt ein anderer (2. Petrus 1,3 / Römer 11,36)

Gott hat von Anfang an das vollständige Verfügungsrecht über uns. Es gibt keinen beziehungslosen Zustand zu ihm. Wir haben nur zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren: Rebellion oder Unterordnung.

Hindernis #2: Ich will aber nicht (Römer 8,7 / Psalm 130,3 / Psalm 143,2)

Der Zustand, in dem sich jeder Mensch grundsätzlich befindet, ist der des Widerstands. Die Bibel nennt dies Sünde. Aus diesem Zustand kann sich kein Mensch aus eigener Kraft befreien. Es ist wie bei einer Quelle, die von ihrem Ursprung her vergiftet ist und die dieses Gift in den Fluss trägt.

Was beseitigt werden muss, damit wir wollen: zwei Voraussetzungen

Wir sind tot in unseren Sünden. Es ist das Werk des Geistes, dass er uns das zeigt. Wir scheuen es, dass jemand anderes Licht in unsere Rumpelkammer wirft. Der Katechismus spricht davon, dass wir unsere Sünde hassen und aufrichtig bereuen.

Voraussetzung #2: Durch das neue Leben kann das Sollen zum Wollen werden (1. Petrus 4,2.3 / Römer 6,13-21 / 1. Johannes 5,3)

Wir sollen in unserem Denken und Tun jetzt so leben, als wären wir schon im Himmel gewesen, auferstanden und zurückgekommen. Gott schreibt uns kein Sollen vor, ohne das Wollen mitzugeben.

Wie wir wollen sollen: drei Beispiele

Es geht nicht darum, Dinge zu vermeiden, sondern das Bessere kennenzulernen und wertzuschätzen.
Eine Hilfe dabei können die Fragen sein: Wie kann mir das helfen, Christus mehr zu schätzen? Wie kann ich Gott durch dieses Verhalten groß machen? Ich bete darum, dass ich das Bessere schätzen lerne: Werde du in meinem Leben und durch das, was ich tue, kostbar!

Beispiel #1: Wer heilig lebt, dessen Verhältnis zum Geld ändert sich (1. Timotheus 6,9ff)
Beispiel #2: Wer heilig lebt, dessen Verhalten zur Sexualität wird sich grundlegend ändern (1. Thessalonicher 4,1-8)
Erste Hilfe:
1. Bitte Gott, sein Verlangen nach ihm und den Abscheu gegen Sünde zu stärken!
2. Bekenne deinem Partner – wenn du einen hast – deine Sünde.

Beispiel #3: Wer heilig lebt, dessen Verhältnis zu Leid wird sich grundlegend ändern (1. Petrus 4,19/Apostelgeschichte 14,22/1. Petrus 2,21)

Das Evangelium wird durch leidvolle Erfahrungen ausgebreitet; seine Ausbreitung ist mit vielen Mühen verbunden.
Erst wenn die Spaßfaktoren wegfallen, zeigt sich, ob das Leben von der wahren Quelle gespeist ist.

Welcher mutige Schritt von mir und von dir ist gefragt?


Dr. Hanniel Strebel

Hanniel Strebel wohnt mit seiner Frau Anne Catherine und den fünf Söhnen in der Schweiz. Der Betriebsökonom und Theologe arbeitet seit 15 Jahren in der betrieblichen Erwachsenenbildung als Projekt-, Seminarleiter und Berater. Er bloggt seit 2010 täglich zu den Themen Theologie, biblische Weltsicht, Bildung und Familie.